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Zucker im Körper

Bestimmte Gewebe des Körpers, wie z.B. das Gehirn, die roten Blutkörperchen und das Nierenmark sind bei herkömmlicher Kost auf eine regelmässige Zufuhr von Zucker zur Energiebereitstellung angewiesen.

Einfluss von Zucker im menschlichen Körper

Der Zucker bzw. weisser Haushaltszucker wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellt und besteht aus zwei Kohlenhydratteilen (Traubenzucker und Fruchtzucker). Traubenzucker wird mit Hilfe von Insulin im Körper verwertet und liefert unserem Körper schnelle Energie. Lässt die Wirkung nach, wird die Lust nach mehr Süssem aktiviert. Der Fruchtzucker, welcher auch in Fruchtsäften und Süssgetränken enthalten ist, muss zuerst in der Leber aufgearbeitet, bevor er von den Zellen als Treibstoff verwendet werden kann. Wird zu viel davon konsumiert entsteht eine Fettleber.

Bestimmte Gewebe des Körpers, wie z. B. das Gehirn, die roten Blutkörperchen und das Nierenmark sind bei herkömmlicher Kost auf eine regelmässige Zufuhr von Zucker zur Energiebereitstellung angewiesen. Das Gehirn und gewisse Muskelzellen benötigen somit zwingend Zucker zur Energiegewinnung. Dieser Zucker muss jedoch nicht über die Nahrung konsumiert. Stärkeprodukte (komplexe Kohlenhydrate wie z.B. Kartoffeln, Mais, Reis etc.) werden vom Körper ebenfalls zu Zucker abgebaut und im Notfall werden Eiweisse zu Zucker umgewandelt. Aus diesem Grund ist der Zucker kein Grundnahrungsmittel. Er enthält keine lebensnotwendigen Nährstoffe, deshalb spricht man bei Zucker von leeren Kalorien.

Bei sportlicher Betätigung steigt der Zuckerbedarf des Körpers. Dieser Nährstoff gilt dann als das „Benzin“ des Körpers, da nur Zucker bei hochintensiven Belastungen zur Energiebereitstellung genutzt werden kann.

Zucker damals und heute

Vor ca. 150 Jahren war Zucker noch ein Luxusgut. Der Zuckerkonsum lag in der Schweiz pro Tag und Person bei zwei Zuckerwürfel (ca. 8gr). Heute konsumiert der Durchschnitts-Schweizer täglich ca. 25 Zuckerwürfel (ca. 100gr.). Doppelt so viel wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Sicherlich der Hauptgrund weshalb 42% der schweizerischen Bevölkerung übergewichtig ist. Es verwundert deshalb auch nicht, dass BAG die Fettleibigkeit in der Schweiz mittlerweile als Volkskrankheit zählt.

Übergewicht stört die Balance im Hormonhaushalt und sorgt für vermehrte Entzündungsprozesse im Körper. Dies führt zu Krankheiten wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes etc.. Allesamt ernährungsbedingte Krankheiten.

Gleichzeitig werden 80% der Schweizer Gesundheitskosten durch nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen verursacht. Durch einen gesünderen Lebensstil mit weniger Zucker und Salz könnten mehr als die Hälfte dieser Erkrankungen vermieden oder zumindest verzögert werden. Als Folge würden auch die Gesundheitskosten in der Schweiz sinken.

Zucker in der veganen Ernährung

Bis heute schmückt sich die vegane Bewegung damit, dass neben den Tieren und der Umwelt auch die eigene Gesundheit davon profitiert. Eine rein pflanzliche Ernährung weist tiefere Cholesterinwerte, viel seltenes Übergewicht, einen etwas niedrigeren Blutdruck und sehr wahrscheinlich ein niedrigeres Risiko für Darm- und Prostatakrebs als eine Mischkost vor. Viele dieser positiven Aspekte sind jedoch vor allem auf den Konsum von möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln und dem damit einhergehenden geringeren Zuckerkonsum zurück zu führen. Erfreulicherweise stellen immer mehr Menschen auf eine rein pflanzliche Ernährung um. Dies hat auch die Lebensmittelindustrie erkannt und bietet mittlerweile beinahe die gesamte Junkfood Palette als vegane Alternative an. Das Ganze natürlich mit verhältnismässig hohem Zuckergehalt. Die grössere Auswahl erleichtert die Umstellung von einer Mischkost auf eine rein pflanzliche Ernährung. Sie sorgt jedoch auch dafür, dass ein Grossteil der zukünftigen Veganer und Veganerinnen alte Essgewohnheiten übernehmen. Soll heissen nicht auf eine vollwertige rein pflanzliche Ernährung umstellen. Man braucht also kein Ernährungswissenschaftler zu sein, um vorauszusehen, dass die vegane Ernährung bei Gesundheitsstudien künftig schlechter abschneiden dürfte und die Volkskrankheiten auch vor Veganer keinen Halt machen wird.

Was sind die möglichen Alternativen?

Süssstoffe und Zuckeraustauschstoffe werden als mögliche Alternativen gehandelt. Sie sind in der heutigen Ernährung jedoch umstritten. Denn teilweise besitzen Sie eine höhere Süsskraft als normaler Zucker, bei ähnlichem, geringerem oder nicht vorhandenem Energiegehalt. Oft reichen sehr geringe Mengen zum Süssen von Speisen aus. Doch eventuell negative gesundheitliche Wirkungen der Süssstoffe sind nicht endgültig geklärt. Ebenso gibt es keinen gesicherten Vorteil bei der Verwendung von Süssstoffen statt Zucker zur Gewichtsreduktion. Häufig wird empfohlen, auf natürliche süsse Lebensmittel wie z. B. Trockenfrüchte, süsses Obst oder Dicksäfte (z. B. Ahornsirup, Birnendicksaft, Agavendicksaft) wegen ihres zum Teil niedrigen Glykämischen Index (Mass zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel) zum Süssen zurückzugreifen. Hier muss jedoch betont werden, dass diese Produkte sehr fruktose- und energiereich sind.

Fazit

Der durchschnittliche Zuckerkonsum in der Schweiz ist viel zu hoch. Dieser ist mitverantwortlich für den Anstieg gewisser Volkskrankheiten. Auch die vegane Bewegung wird dies aufgrund der Junkfood-Tendenz in Zukunft zu spüren bekommen. Langfristig ist es deshalb sinnvoll das Geschmacksempfinden auf weniger süss zu trimmen und zum süssen Naturprodukte wie beispielsweise Trockenfrüchte in geringen Mengen zu verwenden. Der Schlüssel zu einer gesünderen Ernährung liegt dabei in einer möglichst unverarbeiteten Ernährung. Möchte man auf den Zucker nicht komplett verzichten, dann kann dieser sinnvollerweise 30-60min vor einer intensiven Sporteinheit als “Benzin” genutzt werden.

Fit Tipp:

30-60min vor einer intensiven ca. 60min Trainingseinheit:

1 Banane oder 30g Schoggi

Nach dem Training:

150g Sojajoghurt plus 150g Frucht plus 20g Eiweisspulver

Mehrwert:

  • körpereigenes Eiweiss ist geschützt
  • mehr Energie im Training
  • bessere Trainingsreize möglich
  • rasche Wiederauffüllung der Kohlenhydratspeicher
  • Gewährleistung der Regenerationsprozesse

Autor: Benjamin Signer

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